1. Juni 2017

Rezension: Die Quelle der Schatten


Die Quelle der Schatten ist der dritte und gleichzeitig auch der letzte Band von Harry Connollys Der Strahlende Weg-Trilogie. In meiner heutigen Rezension stelle ich euch Die Quelle der Schatten vor und berichte euch, ob mich das Finale der Trilogie überzeugen konnte.



WORUM GEHT ES?

Im dritten Band der Der Strahlende Weg-Reihe geht es weiterhin darum, das Reich Kal-Maddum von den fürchterlichen Grunzern, die sich selbst den Segen nennen, zu befreien. Während ihrer Reisen treffen dabei Tyr Tejohn Treygar und die junge Gelehrte Cazia Freibrunn wieder aufeinander. Hat jeder von ihnen vorerst seine eigene Mission zu erfüllen versucht, schließen sie sich nun zusammen. Immerhin haben sie einen gemeinsamen Feind, den man jedoch nur mit vereinten Kräften besiegen kann. Cazia hat einen Weg gefunden, die Menschen von dem Segen zu heilen und nun ist es ihre Aufgabe, dieses Heilmittel mit dem ganzen Reich zu teilen. Doch die Frage, woher der Segen überhaupt gekommen ist, brennt ihnen nach wie vor auf der Zunge. Eine Antwort darauf scheint zum Greifen nahe, mit dem wahren Grund hat jedoch niemand so wirklich gerechnet.


REZENSION

Die Quelle der Schatten bildet den Abschluss der Der Strahlende Weg-Trilogie von Harry Connolly. Wie auch in den vorherigen Bänden ist der dritte Band in einer Klappenbroschur gefertigt, die sowohl im linken, als auch im rechten Umschlag eine Karte des fiktiven Reiches Kal-Maddum zeigt. Gerade bei fiktiven Reichen ist dies immer besonders hilfreich, weil man so als Leser die Reiserouten der Charaktere besser nachvollziehen kann.

Der Autor hat die Leser nach dem Ende des zweiten Bandes immer noch mit genügend Handlungssträngen und vor allem Fragezeichen zurückgelassen. Der Einstieg in den dritten Band fällt vor allem dann leicht, wenn man die Ereignisse des zweiten Bandes noch vage im Kopf hat, denn genau dort setzt sich die Geschichte unmittelbar auch fort.
Wie auch schon aus den anderen beiden Bänden gewohnt, wird auch hier wieder aus zwei Perspektiven erzählt. Tejohn Treygar und Cazia Freibrunn haben sich als die beiden Protagonisten herauskristallisiert, weshalb wir auch hier wieder ihren Perspektiven folgen. Das hat den Vorteil, dass man zwei verschiedene Handlungsstränge verfolgen kann. Wie ich auch bereits in den anderen Bänden angemerkt habe, gefällt mir persönlich Cazias Perspektive besser. Tejohn erzählt mir viel zu langatmig, was die Erzählung ebenfalls langweiliger erscheinen lässt. Bei Cazia hatte ich oft das Gefühl, dass alles viel dynamischer erzählt wird und Unwichtiges eben direkt ausgeblendet wird.

Langatmig war auch leider die Erzählung an sich. Ich hatte beim Lesen öfter das Gefühl, dass entsprechende Passagen gar nicht handlungsrelevant waren und deshalb auch hätten komplett gestrichen werden können. Das war besonders bei Tejohns Erzählanteil so. Alles wurde bis ins kleinste Detail ausgemerzt, obwohl es die Handlung gar nicht nötig hatte. Ich hatte den Eindruck, als wurde sehr viel erzählt, aber am Ende doch nicht wirklich etwas gesagt. Das finde ich wahnsinnig schade, denn die Geschichte und die Idee hinter dieser Welt ist wirklich interessant und bietet sehr viel Potenzial, das meiner Meinung nach aber nicht wirklich ausgeschöpft wurde.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Besonders Cazia hat eine wahnsinnig gute Entwicklung hingelegt. Sie ist von einem unterwürfigen Mädchen, zu einer starken, unabhängigen, jungen Frau geworden. Auch die anderen Charaktere wie Prinzessin Ivi hat eine tolle Wandlung hingelegt. Man merkt richtig, wie sie an den Gefahren wachsen und sich der neuen Welt, die quasi auf sie einstürzt, immer weiter anpassen.

Nachdem der erste Band ganz in Ordnung war und der zweite Band mich tatsächlich sehr begeistert hat, hatte ich gehofft, im letzten Band würde es damit weitergehen. Doch leider scheint es eher wieder ein Rückschritt zum langatmigen Erzählen des ersten Bandes zu sein. Das hat mich sehr enttäuscht, denn ich hatte mir mehr von dem Finale erhofft.
Ebenso der Abschluss der Reihe hat mich mehr frustriert als begeistert. Es gab zwar einige Aufklärungen, doch im Prinzip hat sich innerhalb der Geschichte des dritten Bandes nicht viel an der Gesamtsituation verbessert.
Besonders merkwürdig finde ich aber vor allem den Klappentext, der ganz deutlich auf den Prinzen Lar zugeschnitten ist, der jedoch innerhalb des Romans kaum mehr Beachtung geschenkt bekommt, was ich nicht nur äußerst verwirrend, sondern auch schade finde. Ich fühle mich nun nach Beenden der Reihe irgendwie im Stich gelassen, denn noch immer schweben viele Fragezeichen über meinem Kopf. Für hat diese Reihe leider kein passendes oder zufriedenstellendes Ende gefunden. Es wirkt auf mich eher so, als hätte die Geschichte einfach mittendrin geendet, ohne zu Ende erzählt zu werden.


FAZIT

Die Quelle der Schatten hätte der krönende Abschluss der Der Strahlende Weg-Reihe von Harry Connolly sein können. Leider haben mir in dem letzten Band einige Dinge gefehlt, die es für mich zu einem solchen Abschluss gemacht hätten. Es wurden gute Ansätze begonnen, allerdings endet die Geschichte in meinen Augen mittendrin und hinterlässt den Leser immer noch mit viel zu vielen unbeantworteten Fragen. Aufgrund dessen und der viel zu ausgedehnten Erzählweise kann ich Die Quelle der Schatten leider nur zwei von fünf Kreuzen geben.



BUCHDETAILS

Titel: Die Quelle der Schatten
Autor: Harry Connolly
Übersetzung: Michaela Link
Verlag: Blanvalet
Preis: 15,00€
Sonstiges: Klappenbroschur, 608 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von Random House entnommen.
Vielen Dank an Blanvalet und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

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