25. April 2017

Rezension: Nur ein kleiner Gefallen


Wie reagierst du, wenn deine beste Freundin urplötzlich verschwindet und niemand weiß, was mit ihr passiert ist? Dem muss sich die junge Mutter Stephanie in Darcey Bells Thriller Nur ein kleiner Gefallen stellen, denn ihre beste Freundin Emily kommt nach einem Arbeitstag nicht mehr nach Hause. Wie mir Darcey Bells Debütroman von HarperCollins Germany gefallen hat und erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest!



WORUM GEHT ES?

Die junge Mutter Stephanie ist ein sehr gutmütiger Mensch. Als Bloggerin teilt sie ihr Leben als Mutter gerne mit den anderen Müttern im Internet, gibt Ratschläge oder spricht ganz einfach Themen an, mit denen Mütter sich Tag für Tag beschäftigten.
Als ihre beste Freundin Emily von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, macht Stephanie sich große Sorgen, denn das passt so gar nicht zu ihr. Emily hatte sie zuvor noch gebeten, ihren Sohn mit aus der Vorschule zu sich zu nehmen, danach tauchte sie einfach nicht mehr auf. Stephanie schreibt auf ihrem Blog über Emilys Verschwinden und kontaktiert bald auch Emilys Mann Sean, mit dem sie das Ganze durchsteht.
Als eine Frauenleiche in der Nähe des Haus am See von Emilys Eltern gefunden wird, scheint es klar zu sein, dass Emily nicht mehr lebt. Doch wieso erzählt ihr Sohn Nicky dann, dass er seine Mutter morgens vor seiner Schule hat stehen sehen?



REZENSION

Skurril. Das ist das Wort, das mir als erstes zu Nur ein kleiner Gefallen einfällt. Ein Thriller, bei dem einem ganz sicher nicht langweilig wird, denn es passiert ständig etwas Neues und die Handlung wird gleich komplett umgeworfen. Genau dort liegt auch das Problem, denn ich hatte leider oft das Gefühl, dass es an manchen Stellen zu viel des Guten war.
An einigen Stellen hat mich die Geschichte sehr an Gone Girl von Gillian Flynn erinnert, auch wenn Darcey Bells Thriller wohl noch eine Schippe drauflegt und doch eine andere Motive enthält. Wer allerdings Gone Girl mochte, wird Nur ein kleiner Gefallen vermutlich auch mögen.

Der Thriller wurde in drei Teile unterteilt. Die Handlung wird mit jedem Teil in eine andere Richtung geschubst. Außerdem kommt bei jedem Teil eine neue Perspektive hinzu. Zu Beginn lesen wir alles aus Stephanies Perspektive, sowohl in der Ich-Form, als auch in Form ihrer Blogbeiträge. Mir hat die Einbindung der Blogeinträge gut gefallen, denn es war gerade nach längeren Kapiteln sehr angenehm, nur mal zwei bis drei Seiten eines Blogbeitrags bis zum nächsten Kapitel zu lesen. Dass gewisse Handlungsstränge aus anderen Perspektiven nochmal aufgegriffen und neu erzählt wurden, was dazu beigetragen hat, dass man zwischenzeitlich nie genau wusste, wem man jetzt glauben konnte und wem nicht.

Stephanie als Protagonistin hat mir am Anfang eigentlich gut gefallen. Eine liebe Mutter, die sich um ihren Sohn kümmert und sich um ihre Freundin sorgt. Eigentlich jemand, den man mögen sollte. Ihr Geheimnis erschütterte mich nicht so, irgendwie passte das für mich gut in dieses Setting, wo jeder irgendein dunkles Geheimnis hatte.
Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass mir Stephanies Charakterentwicklung gar nicht gefällt. Ihre Abhängigkeit von Emily hat mich dabei anfangs nicht mal gestört. Zum Ende hin nahm es jedoch unschöne Dimensionen an, so dass ihr gutes Herz und ihre Naivität böse ausgenutzt wurden. Das fand ich sehr schade, denn ich mochte sie und hätte mir gerne eine positivere Entwicklung ihrerseits gewünscht.
Emilys Entwicklung dagegen ist beeindruckend. Von der erfolgreichen, glamourösen Frau zum Biest. Anfangs habe ich sie durchaus gemocht, dann habe ich sie immer mehr gehasst. Ich möchte an der Stelle gar nicht viel vorweg nehmen, nur so viel: Ich hätte mir für sie ein anderes Ende gewünscht.

Alles in allem ist Darcey Bells Nur ein kleiner Gefallen für mich leider keine runde Sache. Es gibt Dinge, die mir gut gefallen haben. Besonders die erste Hälfte fand ich sehr spannend, danach wirkte es mir doch zu überspitzt. Auch das offene Ende hat mir nicht so gut gefallen. Ich hätte gerne gewusst, wie es für alle Charaktere weitergeht und ob nicht all die Lügen zu einem späteren Zeitpunkt doch noch aufgedeckt werden.


FAZIT

Nur ein kleiner Gefallen von Darcey Bell konnte mich nicht wirklich überzeugen. Der Thriller hat einige gute Momente, dann allerdings auch wieder Szenen, die für mich einfach zu viel des Guten waren. Langeweile kam beim Lesen zwar nicht auf, denn für mich waren die eingebauten Blogeinträge immer eine Möglichkeit, das vorangegangene zu reflektieren, aber leider wirkte alles, besonders zum Ende hin, doch zu überspitzt und konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Deswegen bekommt Nur ein kleiner Gefallen drei von fünf Kreuzen von mir.




BUCHDETAILS

Titel: Nur ein kleiner Gefallen - A simple favor
Autorin: Darcey Bell 
Übersetzung: Juliane Pahnke
Verlag: HarperCollins Germany
Preis: 14,99€
Sonstiges: Taschenbuch, 400 Seiten


Die Buchdetails sind der Webseite von HarperCollins Germany entnommen.
Vielen Dank an HarperCollins Germany für das Rezensionsexemplar!

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